Nach H1N1 wieder neue Virengefahr in Deutschland ---> Toskana-Virus
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Der aus dem Süden stammende Toskana-Virus wurde bereits in Frankreich, Spanien, Zypern, Griechenland und Portugal entdeckt. In Spanien und Italien wurde der Virus als Hauptverursacher von Hirnhautentzündungen bekannt. Jetzt ist der Krankheitserreger auch in den Südwesten Deutschlands vorgedrungen. Es wird vermutet, dass es sich bei den Überträgern des Virus um Sandmücken handelt, denn der Toskana-Virus ist ein Subtyp des Sandmückenfiebervirus und zudem der häufigste Erreger des Phlebotomusfiebers. Trotzdem kann man die Patienten bislang noch beruhigen: Nach einer Infektion mit dem Toskana-Virus wird eine leichte Hirnhautentzündung ausgelöst, die nach einigen Tagen wieder abklingt. Nur bei weniger als einem Hundertstel der Infizierten kann es zu bleibenden Nervenschäden kommen. Der Toskana-Virus spielt vor allem im Sommer eine große Rolle, denn die in den Sommermonaten häufig auftretende Meningitis wird oft durch diesen Virus verursacht.
Ebenfalls dieses Jahr in Deutschland in Erscheinung getreten, istder sogenannte Sindbis-Virus, der auch ursprünglich aus den Mittelmeergebieten stammt. Der Virus wurde in drei unterschiedlichen Mückenarten entdeckt, die fieberhafte Erkrankungen auf den Menschen übertragen können. Zudem kann es zu Gelenkentzündungen, Hautausschlägen und in seltenen Fällen zu einer Gehirnentzündung führen.
Auch wenn die Toskana-Viren nur eine leichteHirnhautentzündung hervorrufen, ist es wichtig sich über die Symptome und Folgen zu informieren.
EineMeningitis führt zu einer Entzündung der Hirnhäute (Meningen) und/ oder der Rückenmarkshäute. Dabei wird das Gewebe angegriffen, wobei die Durchblutung gestört und die Funktion des Gehirns beeinträchtigt wird. Die am häufigsten auftretenden Erreger einer Hirnhautentzündung sind Bakterien oder Viren, seltener kann die Krankheit auch durch Parasiten oder Pilze ausgelöst werden. Die Erreger gelangen ins Blut und von dort in alle Organe. Es konnte noch nicht geklärt werden, warum bei einem Teil der Erkrankten die Erreger in die Hirnhäute gelangen und dort eine Entzündung auslösen. Zu beachten ist, dass vor allem Kinder und Erwachsene mit einem schwächeren Immunsystem anfälliger für eine Ansteckung sind.
Zu unterscheiden sind virale und bakterielle Hirnhautentzündungen. Eine Entzündung, die durch Bakterien hervorgerufen wird, ist weitaus gefährlicher. 80% aller Hirnhautentzündungen werden durch drei Bakterienarten ausgelöst: Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae. Jährlich erkranken ungefähr 750 Menschen an einer Meningokokken-Infektion und 10% sterben daran. Bei einer bakteriellen Hirnhautentzündung ist zu beachten, dass ein lebensbedrohliches Krankheitsbild auftritt, das durch Hautblutungen, Kreislaufkollaps und Bewusstseinsprobleme gekennzeichnet ist. Krampfanfälle, Gehirnschäden und Lähmungen sind bekannte Folgeschäden der bakteriellen Hirnhautentzündung. In schweren Fällen kann die Erkrankung innerhalb weniger Stunden zum Tod führen. Im Gegensatz dazu verläuft eine virale Hirnhautentzündung harmloser. Herpes- und Mumpsviren spielen bei einer viralen Meningitis die größte Rolle. Der scheinbar grippale Infekt zieht meist keine bedrohlichen gesundheitlichen Schäden mit sich.
Zu den häufigsten Beschwerden zählen die bereits erwähnten grippeähnlichen Symptome wie Fieber und starke Kopfschmerzen. Zudem kommen auch schmerzhafte Nackensteifheit (Meningismus), Verfärbungen der Haut, Erbrechen, Lichtscheue und Schläfrigkeit hinzu.
Vorbeugende Maßnahmen für bakterielle Hirnhautentzündungen, vor allem durch Meningokokken und Pneumokokken ausgelöst, können durch Impfungen getroffen werden. Bisher gibt es jedoch keinen Impfstoff gegen virale Hirnhautentzündungen.
Eine Meningitis wird durch eine Lumbalpunktion diagnostiziert, d.h. Flüssigkeit wird aus dem Rückenmark entnommen.Eine bakterielle Hirnhautentzündung muss sofort in einem Krankenhaus mit Antibiotika behandelt werden.Hirnhautentzündungen, die durch Viren ausgelöst werden, können nicht mit Antibiotika behandelt werden. Hierbei werden nur die Beschwerden wie Kopfschmerzen und Fieber behandelt.
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